Vom Studium in die Praxis: Absolvent Noah Clauß setzt auf Unternehmertum

Was haben BWL, Beteiligungen und Bowls gemeinsam? Noah Clauß kennt die Antwort. Der Absolvent des Studiengangs BWL-Industrie an der DHBW Heidenheim verbindet heute all das in seinem Berufsleben – und zeigt, wie vielfältig die Wege nach einem dualen Studium sein können.

Bereits vor elf Jahren kam er durch eine kleinen Schülerfirma in Berührung mit dem Unternehmertum, bis er dann durch sein duales Studium irgendwann über genug Wissen verfügte um kurz danach den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Von Anfang an verwendete er dabei sein Erspartes um in verschiedene Unternehmen zu investieren, woraus über die Zeit seine heutige Beteiligungsfirma entstanden ist. „Ich hatte das große Glück, früh etwas zu finden, was zu mir passt. Als ich mir sicher war, dass es klappen könnte, habe ich den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt“, berichtet Clauß.

Heute ist er an rund zehn Unternehmen beteiligt. Im Fokus stehen für ihn vor allem nachhaltige und wirtschaftlich solide Nischenunternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen schwer nachahmbar sind. Gleichzeitig hat er mit seinem Foodtruck „Schalenglück“ eine neue operative Tochter aufgebaut. Dort bietet er individuell zusammengestellte Bowls mit unterschiedlichen Toppings, Gemüsevarianten, Saucen und Extras sowie frische Smoothies an.

„Im Gegensatz zu den Beteiligungen, denen ich Kapital zur Verfügung stelle, bin ich hier komplett mein eigener Chef“, sagt der DHBW-Absolvent und schmunzelt. Denn eigentlich passen Start-ups nicht in sein übliches Investitionsprofil – mit seinem Foodtruck wagt er nun selbst etwas Neues. „Ich möchte anderen ein leckeres, gesundes und abwechslungsreiches Essen anbieten, ganz so, wie ich es selbst gerne mag.“

Für seinen beruflichen Weg sieht Clauß das duale Studium als wichtige Grundlage. Besonders die enge Verzahnung von Theorie und Praxis habe ihn geprägt. „Im Studium lag ein großer Fokus auf Prozessoptimierung, systemisches Denken und Kundenorientierung. Das kann ich heute jeden Tag anwenden.“ Auch die Fähigkeit, Daten auszuwerten und fundierte Entscheidungen zu treffen, komme ihm bei seinen unternehmerischen Aktivitäten zugute. So basiert beispielsweise der gesamte Bestellprozess bei „Schalenglück“ auf digitalen Abläufen, die möglichst effizient gestaltet sind.

Eine weitere Erkenntnis begleitet ihn bis heute: Scheitern ist wichtig und gehört dazu. „Aus jedem Scheitern kann man etwas lernen.“ Ob eine nicht bestandene Klausur, eine Sauce, die bei den Gästen nicht ankommt, oder eine Beteiligung, die sich nicht wie erhofft entwickelt – wichtig sei, die Erfahrungen für die Zukunft zu nutzen. Dafür brauche es Mut, der sich langfristig oft auszahle.

Für Noah Clauß war das duale Studium ein solider Start in die berufliche Laufbahn. Die direkte Verbindung von wissenschaftlichem Wissen und praktischer Anwendung, die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie die Möglichkeit, bereits während des Studiums wertvolle Berufserfahrung zu sammeln und eigenes Geld zu verdienen, sieht er als entscheidende Vorteile.

„Mit dem Foodtruck stehen wir aktuell von 11:30 bis 13:30 Uhr direkt am Digitalcampus der DHBW am Hanns-Voith-Platz. Dort komme ich mit Studierenden ins Gespräch. Das erinnert mich sofort wieder an meine eigene Studienzeit voller guter Erinnerungen“, erzählt Clauß.

Prof. Dr. Marcus Hoffmann, Rektor der DHBW Heidenheim, betont: „Die Geschäftsidee und das unternehmerische Talent von Herrn Clauß begeistern natürlich auch uns an der Hochschule. Vor allem aber freue ich mich über das qualitativ hochwertige Angebot durch den Foodtruck „Schalenglück“ am Digitalcampus. Das ist ein echter Mehrwert und das Highlight in der Mittagspause – wofür sich auch der Weg von unserem Hauptgebäude lohnt.“

Wie seine unternehmerische Reise weitergeht, lässt er offen. Pläne im Kopf wie beispielsweise die Erweiterung zu einem Franchise hat er genug. Sicher ist für ihn: Die Grundlagen für seinen heutigen Weg wurden bereits während seines dualen Studiums gelegt.