DHBW Heidenheim veröffentlicht Paper zu digitalen Geschäftsmodellen in der Stahlindustrie
Prof. Dr.-Ing. Faruk Civelek und zwei Studierende des Unternehmens Zeiss haben im renommierten Fachjournal IEEE Engineering Management Review ein Paper zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle veröffentlicht. Die Publikation zeigt, wie Unternehmen geeignete Methoden auswählen können, um ihre Geschäftsmodelle datengetrieben weiterzuentwickeln.
Digitale Geschäftsmodelle gewinnen in Zeiten fortschreitender Digitalisierung sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld immer mehr an Bedeutung. Viele Unternehmen stehen jedoch vor der Herausforderung, passende Methoden zur Entwicklung und Optimierung digitaler Geschäftsmodelle auszuwählen.
Gemeinsam mit den Studierenden Hannes Frankenreiter und Lukas Hummel hat Prof. Dr.-Ing. Faruk Civelek, Studiengangsleiter Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Heidenheim, ein Paper im Fachjournal IEEE Engineering Management Review veröffentlicht. Der Beitrag mit dem Titel „Evaluation of Various Methods for the Development of Digital Business Models: A Case Study in the Steel Industry“ vergleicht sechs etablierte Methoden – darunter den St. Gallen Business Model Navigator, das Business Model Canvas, den Digital Canvas, den IoT Business Model Builder, das Business Model Innovation Framework und das D³ Model.
Die Methoden werden anhand von Kriterien wie Innovationsfokus, Flexibilität, Praxistauglichkeit, Bedienbarkeit, Skalierbarkeit und Marktorientierung bewertet. Ergänzt wird die Analyse durch eine Fallstudie mit einem mittelständischen Stahlunternehmen mit mittlerem Digitalisierungsgrad. Im untersuchten Kontext erweist sich das D³ Model als besonders geeignet, da es einen systematischen, kundenzentrierten und datengetriebenen Ansatz zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle bietet.
Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse als kontextabhängige Entscheidungshilfe zu verstehen sind – nicht als generelle Überlegenheit einer einzelnen Methode. Die Studie unterstützt Führungskräfte dabei, die passende Methodik für ihre spezifische Unternehmenssituation auszuwählen und zeigt zugleich die Bedeutung strukturierter, datenbasierter Ansätze für die Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Umfeld.
Besonders bemerkenswert ist, dass Bachelorstudierende als Mitautoren an einer Publikation in einem angesehenen internationalen Fachjournal mitwirken konnten, das im VHB Rating 2024 mit der Kategorie B bewertet wird. Dies unterstreicht die praxisnahe und forschungsorientierte Zusammenarbeit zwischen der DHBW Heidenheim und ihren Dualen Partnern.
Prof. Dr.-Ing. Faruk Civelek betont: „Für mich ist diese Veröffentlichung gleich in mehrfacher Hinsicht bedeutsam: Zum einen zeigt sie, wie wichtig strukturierte und datengetriebene Ansätze für die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle in der Industrie sind. Zum anderen unterstreicht sie, welches Niveau unsere Studierenden bereits im Bachelor erreichen können, wenn sie über viele Monate engagiert an einem praxisnahen Forschungsprojekt arbeiten. Solche Kooperationen mit Unternehmen wie Zeiss sind ein zentraler Baustein dafür, dass wir unsere Studierenden optimal auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt vorbereiten.“
Das Paper ist unter folgendem Link abrufbar: https://ieeexplore.ieee.org/document/11676224