Erfolgreiche Promotion zur Früh- und Differentialdiagnose der frontotemporalen Demenz

Die Promotion ist erfolgreich abgeschlossen: Prof. Dr. Leonie Werner hat die Dissertation mit dem Titel „Früh- und Differentialdiagnose der Verhaltensvariante der frontotemporalen Demenz im Vergleich zur Depression“ an der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm im Fach Humanbiologie abgeschlossen. Die Arbeit entstand im Rahmen eines Kooperationsprojekts der Kliniken für Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie III des Universitätsklinikums Ulm.

Leonie Werner ist Tandem-Professorin für Gesundheitspsychologie an der DHBW Heidenheim und lehrt unter anderem im Studiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung (IPV). In ihrer Tätigkeit verbindet sie wissenschaftliche Lehre mit ihrer praktischen Arbeit als Neuropsychologin am Universitätsklinikum Ulm, wo sie in der Spezialsprechstunde für frontotemporale Demenzen tätig ist. Die enge Verknüpfung von Forschung, beruflicher Praxis und Lehre spiegelt sich auch in ihrer Dissertation wider.

Die Betreuung übernahmen Prof. Dr. med. Markus Otto, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Halle (Saale) und Prof. Dr. med. Carlos Schönfeldt-Lecuona, ehemals stellvertretender Leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III am Universitätsklinikum Ulm und seit 2025 Chefarzt der CuraMed Tagesklinik Neu-Ulm.

Im Mittelpunkt der Dissertation stand die Frage, inwieweit sich die Verhaltensvariante der frontotemporalen Demenz (bvFTD) möglichst früh und zuverlässig von einer Depression unterscheiden lässt. Gerade in frühen Krankheitsstadien ist diese Differenzierung schwierig, da Verhaltensänderungen wie Apathie, sozialer Rückzug oder Empathieverlust zunächst auf eine psychiatrische Erkrankung hindeuten können, während eindeutige Anzeichen für eine neurodegenerative Erkrankung häufig noch fehlen.

Untersucht wurde der diagnostische Beitrag von Neurofilamenten im Serum (Serum NfL) sowie des Volumens ausgewählter Hirnregionen, das mittels atlasbasierter Volumetrie bestimmt wurde. Die Ergebnisse zeigen eine hohe diagnostische Trennschärfe der untersuchten Verfahren. Auch die Kombination von Biomarker und Bildgebung erwies sich als diagnostisch aussagekräftig. Damit liefert die Arbeit wichtige Ansätze für eine frühere und präzisere Unterscheidung zwischen bvFTD und Depression, insbesondere in diagnostisch schwierigen oder frühen Krankheitsstadien.

Wir gratulieren Prof. Dr. Leonie Werner herzlich zum erfolgreichen Abschluss der Promotion!