Jubiläum der DHBW Heidenheim: Erste Studierendengeneration blickt auf 50 Jahre Hochschulstudium in Heidenheim zurück
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heidenheim trafen sich 25 Studierende des ersten Jahrgangs von 1976 an ihrer ehemaligen Hochschule. Damals startete die Berufsakademie Heidenheim mit 38 Studierenden in den Studiengängen Maschinenbau und BWL-Industrie und legte damit den Grundstein für die heutige DHBW Heidenheim. Beim Treffen wurde deutlich: Vieles hat sich verändert – die Stärken des dualen Studiums sind geblieben.
Wer sich an den ersten Studientag erinnerte, hatte schnell Bilder vor Augen: Fahrgemeinschaften aus Ulm, die mühsame Parkplatzsuche, Unterricht im Pavillon und das Gefühl, eher in einer Schule als an einer Hochschule angekommen zu sein. „Ich dachte damals: Das ist ja wie in der Schule“, erinnerte sich einer der Absolventen. Was damals zunächst ungewohnt erschien, gehört bis heute zu den besonderen Merkmalen des dualen Studiums: kleine Kursgruppen mit rund 30 Studierenden, die einen engen Austausch mit den Lehrenden und intensive Diskussionen ermöglichen.
Auch die technischen Möglichkeiten waren aus heutiger Sicht eine Reise in die Vergangenheit. Programmiersprachen wurden an der Tafel vermittelt, Computer standen den Studierenden noch nicht zur Verfügung. Für Laborveranstaltungen ging es nach Ulm. Prof. Manfred Träger, Rektor a.D. der DHBW Heidenheim, erinnerte zudem an die zahlreichen, teils provisorischen, Vorlesungsstandorte der Anfangsjahre, bevor die Hochschule nach und nach ihre heutige Infrastruktur aufbauen konnte. „Ein wahrer Wanderzirkus durch verschiedenste Gebäude in der Stadt war das damals“, so Träger.
Rückblickend waren sich die Alumni vor allem in einem Punkt einig: Das duale Studium bereitete sie hervorragend auf das Berufsleben vor. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis habe ihnen die Sicherheit gegeben, früh Verantwortung zu übernehmen und neue Herausforderungen selbstbewusst anzunehmen. Mehrere Absolventinnen und Absolventen berichteten, dass sie bereits kurz nach dem Studienabschluss Führungsverantwortung übernahmen oder sich problemlos in völlig neue Tätigkeitsfelder einarbeiteten. Das breite betriebswirtschaftliche beziehungsweise technische Grundlagenwissen habe sie ihr gesamtes Berufsleben begleitet.
Bemerkenswert ist zudem, dass sich die Beweggründe für die Studienwahl kaum von denen heutiger Studieninteressierter unterscheiden. Praxisnähe, finanzielle Unabhängigkeit durch die monatliche Vergütung der Dualen Partner sowie hervorragende Berufsperspektiven waren bereits 1976 die entscheidenden Argumente. „Ich wollte meinen Eltern nicht auf der Tasche liegen“, schilderte einer der Absolventen. Andere überzeugte vor allem das damals neue Versprechen, ein Hochschulstudium mit intensiver Praxiserfahrung zu verbinden.
Auf die Frage, welchen Rat sie heutigen Studierenden mit auf den Weg geben würden, fielen immer wieder Begriffe wie Offenheit, Mut und lebenslanges Lernen. Viele Berufswege seien ganz anders verlaufen als ursprünglich geplant. Gerade deshalb lohne es sich, Chancen zu ergreifen, Veränderungen positiv anzunehmen und sich kontinuierlich auf neue Technologien einzulassen.
Prof. Dr. Marcus Hoffmann, Rektor der DHBW Heidenheim, betonte: „Dass heute der Großteil der damals 38 Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Weg zurück nach Heidenheim gefunden hat, zeigt ihre enge Verbundenheit mit der damaligen Berufsakademie und der heutigen DHBW Heidenheim.“ Gleichzeitig könne die Hochschule stolz sein: Aus damals zwei Studiengängen wurden mehr als 25 Studienangebote, in denen heute rund 2400 studieren.
Auch Johannes Krombach-Champiomont, Beigeordneter der Stadt Heidenheim, würdigte die Bedeutung des ersten Jahrgangs: „Sie haben durch Ihre Pionierarbeit den Grundstein dafür gelegt, dass sich Heidenheim zu einer Hochschulstadt entwickeln konnte.“
Nach fünf Jahrzehnten zeigt sich eindrucksvoll, wie sehr sich die Rahmenbedingungen des Studiums verändert haben. Moderne Labore und digitale Technologien prägen heute den Studienalltag. Geblieben ist jedoch das Erfolgsrezept, das bereits den ersten Jahrgang überzeugte: die enge Verbindung von Theorie und Praxis. Dass die Beweggründe für ein duales Studium heute nahezu dieselben sind wie 1976, unterstreicht die zeitlose Attraktivität dieses Studienmodells – und macht das Jubiläum der DHBW Heidenheim zu einem Blick zurück und zugleich nach vorn.