Hebammenstudiengänge der DHBW gewinnen gemeinsam mit der KSH München den Bundespreis „Blauer Kompass 2026“
Für ihr Projekt „Planetary Health und klimasensible Hebammenarbeit“ wurde die Duale Hochschule Baden-Württemberg vergangene Woche in Berlin mit dem Blauen Kompass 2026 in der Kategorie Forschungs- und Bildungseinrichtungen ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist die höchste staatliche Auszeichnung für Klimaanpassungsprojekte in Deutschland und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und dem Umweltbundesamt - German Environment Agency ausgelobt.
Die Preisträgerinnen Prof. Dr. Sonja Wangler, Studiengangsleiterin für Angewandte Hebammenwissenschaft an der DHBW Stuttgart, Prof. Dr. Christina Oberle, Professorin für Angewandte Hebammenwissenschaft an der DHBW Heidenheim und Prof. Dr. Karolina Luegmair, Professorin für Hebammenwissenschaft an der KSH München, entwickelten und etablierten im Rahmen ihres Projekts ein Hochschulmodul und veröffentlichten das begleitende Lehr- und Praxisbuch „Klimasensible Hebammenpraxis: Beiträge aus der Planetary Health Perspektive“.
Das Hochschulmodul bereitet die Studierenden gezielt auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels vor und qualifiziert sie zu wirksamen Akteur*innen der Klimavorsorge und Klimaanpassung. Die angehenden Hebammen lernen dabei, eine klimasensible Beratung anzubieten – etwa zu hitzegerechter Alltagsgestaltung in der Schwangerschaft oder zu Risiken bei Extremwetterlagen für Neugeborene. Damit adressiere es eine zentrale Lücke im Hebammenstudium und zahle direkt auf die Zielsetzung des Bundespreises „Blauer Kompass“ ein, der innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen zur Anpassung an Klimafolgen auszeichnet, ist in der Begründung zu lesen. Darüber hinaus trage das Modul durch die Vermittlung von professionsbezogener Klimasensibilität zur Reduktion der Treibhausgasemissionen des Gesundheitswesens bei. Mittelfristig soll das Modul in andere hebammenwissenschaftliche Studiengänge in Deutschland integriert werden.
In dem Lehr- und Praxisbuch zum Modul, das beim Verlag De Gruyter erschienen ist, beleuchten zudem verschiedene Expert*innen aus Lehre, Forschung und Praxis die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen auf die Hebammenpraxis.
„Gesundheit und Klimaanpassung gehören zusammen. Der Klimawandel verändert schon heute die Bedingungen für Schwangerschaft, Geburt und das Aufwachsen unserer Kinder“, sagen die Professorinnen Karolina Luegmair, Christina Oberle und Sonja Wangler „Mit unserem Projekt zeigen wir, dass Klimaschutz und Klimaanpassung fester Bestandteil einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung sein müssen. Der Bundespreis ‚Blauer Kompass‘ gibt uns Rückenwind, Hebammen als wichtige Akteurinnen für Prävention, Resilienz und nachhaltiges Handeln im Gesundheitswesen weiter zu stärken – zum Schutz der Gesundheit heutiger und künftiger Generationen.“
„Ich bin unglaublich stolz auf unsere Fakultät Gesundheit und unsere Hebammenstudiengänge. Wir waren bei den Ersten – und mit dem Bundespreis ‚Blauer Kompass 2026‘ ist nun auch bestätigt: Wir gehören zu den Besten. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten zu diesem großartigen Erfolg!“ betont Prof. Dr. Martina Klärle, Präsidentin der DHBW.
Prof. Dr. Marcus Hoffmann, Rektor der DHBW Heidenheim, ergänzt: „Mit dieser Einreichung konnte das Wissen in einem wenig erforschten Bereich erweitert und zugleich ein unmittelbarer praktischer Nutzen geschaffen werden – solche Transferprojekte sind der Kern unserer Arbeit an der DHBW. Die Verleihung des Bundespreises ‚Blauer Kompass 2026‘ ist eine bedeutende Anerkennung für diese hervorragende Arbeit unseres Hebammen-Studiengangs. Ich bedanke mich bei Frau Professor Oberle und Frau Professor Wangler für deren prämierten Beitrag und die Sichtbarkeit, die die DHBW damit erreichen konnte. Es ist ein leuchtendes Beispiel auch für Studieninteressierte, Duale Partner, Studierende und das akademische Personal."
Ein Film zu dem Projekt „Planetary Health und klimasensible Hebammenarbeit – Klimavorsorge im Gesundheitswesen“ ist zu finden unter: https://www.youtube.com/watch?v=3RzD9XiUbdk
Weitere Informationen zum „Blauer Kompass 2026“ und zum Projekt
Über den Wettbewerb „Blauer Kompass“
Der Bundespreis „Blauer Kompass“ wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt ausgelobt. Er zeichnet innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen für die Vorsorge und die Anpassung an Klimafolgen in Deutschland aus. Erstmals konnten sich in diesem Jahr Schulen und Schulprojekte in einer eigenen Kategorie bewerben.
Die Auswahl der Preisträger in den fünf Kategorien traf eine Jury mit acht Expert*innen u. a. aus den Bereichen Politik, kommunale Spitzenverbände, Wirtschaft, Forschung, Kommunikation und Jugendbeteiligung. Darüber hinaus wurde ein „Community-Preis“ vergeben, für den alle Interessierten in einem Online-Voting abstimmen konnten. Hierbei wurden insgesamt 24.795 gültige Stimmen abgegeben.
Neben dem Preisgeld von jeweils 25.000 Euro erhalten die ausgezeichneten Projekte Unterstützung bei ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Unter anderem wurde zu jedem Preisträgerprojekt ein professioneller Kurzfilm erstellt. Die Preisverleihung fand am 17. September 2026 im Bundesumweltministerium in Berlin statt.