Die unbefugte Weitergabe von Sexting-Dateien unter Jugendlichen

Die Doktorandin Tanja Wind erforscht die Hintergründe und die Sanktionierung von Jugendlichen, die Sexting-Dateien unbefugt weitergeben.

Mit dem „Innovationsprogramm Forschung“ (IPF) fördert die Duale Hochschule Baden-Württemberg den akademischen Mittelbau sowie die Themen Forschung, Innovation und Transfer. Sieben Doktorand*innen forschen und lehren mithilfe dieses Programms für jeweils drei Jahre an der DHBW Heidenheim. Eine davon ist Tanja Wind, sie untersucht die unbefugte Weitergabe von Sexting-Dateien unter Jugendlichen.

Titel der Arbeit: Die unbefugte Weitergabe von Sexting-Dateien unter Jugendlichen als ein Phänomen der digitalen Transformation von Gesellschaft. Hintergründe, Sanktionierung, Prävention.

Forschungsthema: Der erotische Bildnachrichtenaustausch via Smartphone hat sich durch die rasante Entwicklung digitaler Kommunikationsgeräte mittlerweile als nicht unübliche Praxis im Jugendalter etabliert: das sogenannte Sexting. Obschon Sexting unter Jugendlichen durchaus positive Zwecke erfüllt, geht doch eine wesentliche Gefahr vom Austausch erotischer, freizügiger, bisweilen auch jugendpornografischer Bilder und Videos aus: die unbefugte Weitergabe der Sexting-Dateien an Dritte. Werden die im Vertrauen versendeten Bild- oder Videodateien weitergeleitet, hat dies nicht nur (zum Teil massive) Folgen für die Betroffenen. Auch die Täter*innen erleben Konsequenzen. Bei dieser Personengruppe setzt die Forschung an: Was treibt Jugendliche an, Sexting-Dateien anderer Personen weiterzuleiten? Welche Art der Sanktionierung erfahren sie und wie kann die Soziale Arbeit „richtig“ reagieren?

Methode: Bisher vorliegende Studien geben wenig Auskunft über die Motivlagen junger Menschen. Deshalb soll im Rahmen von Gruppendiskussionen und Interviews mit Jugendlichen, die bereits eine entsprechende Straftat begangen haben, mehr über die Hintergründe der Tat(en) herausgefunden werden. Darüber hinaus werden Expert*innen zu den Erfahrungen in der Praxis, den bisherigen Reaktionsmustern und Optimierungsvorschlägen für die Zukunft befragt.

Doktormutter/ -vater: Prof. Dr. Egbert Witte, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd und Prof. Dr. Jürgen Burmeister, Duale Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim

Hintergrund: Tanja Wind war mehrere Jahre als staatlich anerkannte Erzieherin tätig und studierte anschließend Soziale Arbeit - Soziale Dienste der Jugend-, Sozial- und Familienhilfe an der DHBW Heidenheim. Im Anschluss absolvierte die Burgauerin den Masterstudiengang der Bildungswissenschaften, Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Die 33-Jährige hat mehrjährige berufliche Erfahrung als Jugendgerichts- und Bewährungshelferin und ist nun als akademische Mitarbeiterin an der DHBW Heidenheim in Lehre und Wissenschaft tätig.

Motivation für die Forschungsarbeit: Die Arbeit mit jugendlichen Straftäter*innen hat Tanja Wind während ihrer gesamten beruflichen Laufbahn nach dem Studium begleitet. Um straffälligen Jugendlichen passende Unterstützung anbieten zu können, möchte Frau Wind deren Motive erforschen und hieraus adäquate Strategien zum Umgang in diesem Bereich erarbeiten. Ferner möchte Frau Wind einen Beitrag leisten zu mehr Frauen in der Wissenschaft und Lehre.