Internationaler Austausch stärkt interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

Im Rahmen des Erasmus+-Programms der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heidenheim haben Studierende der Studiengänge Interprofessionelle Gesundheitsversorgung sowie Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften im März 2026 die Fakultät für Sonderpädagogik und Rehabilitation der Universität Tuzla in Bosnien und Herzegowina besucht. Der fünftägige Aufenthalt bildete den Gegenbesuch, nachdem bosnische Studierende bereits im Oktober 2025 in Heidenheim zu Gast waren.

Der Studiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung richtet sich insbesondere an examinierte Fachkräfte wie Logopäd*innen, Physiotherapeut*innen, Ergotherapeut*innen sowie Gesundheits- und Krankenpflegende, die sich interprofessionell akademisch weiterqualifizieren und patientenzentriert arbeiten möchten. Im Austausch mit den primärqualifizierenden Studiengängen in Logopädie und Sonderpädagogik an der Universität Tuzla eröffnete sich für die Studierenden ein intensiver fachlicher und interkultureller Dialog.

Während ihres Aufenthalts wurden die Studierenden herzlich von ihren bosnischen Gastgeber*innen empfangen. Das abwechslungsreiche Programm bot umfassende Einblicke in das Gesundheits- und Bildungssystem Bosnien und Herzegowinas. Besucht wurden unter anderem ein Autismuszentrum für Erwachsene, eine Einrichtung für Menschen mit Suchterkrankungen, eine Physiotherapiepraxis sowie ein interdisziplinäres Therapiezentrum für Kinder mit Mehrfachbehinderungen. Auch ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum in Sarajevo stand auf dem Programm. Die Studierenden nutzten die Gelegenheit, mit Fachkräften vor Ort in den Austausch zu treten und unterschiedliche Herangehensweisen in Therapie und Betreuung kennenzulernen.

Ein besonderer Fokus lag auf dem Vergleich unterschiedlicher struktureller Rahmenbedingungen. Trotz begrenzter finanzieller Ressourcen wurde in allen Einrichtungen mit großem Engagement gearbeitet, wobei stets das Wohl der Patient*innen im Mittelpunkt stand. Auffällig war zudem der enge soziale Zusammenhalt, der sich in der täglichen Arbeit widerspiegelte.

Ergänzt wurde das Praxisprogramm durch Lehrveranstaltungen und Workshops, in denen sich die Studierenden unter anderem mit interprofessioneller Kommunikation, Suchtprävention und -therapie sowie unterstützter Kommunikation beschäftigten. Darüber hinaus wurde das Krankheitsbild der frontotemporalen Demenz vertieft behandelt.

Neben den fachlichen Inhalten spielte auch der kulturelle Austausch eine zentrale Rolle. Gemeinsame Aktivitäten wie eine Schnitzeljagd durch Tuzla erleichterten das Kennenlernen unter den Studierenden. Ein Ausflug in die Hauptstadt Sarajevo mit Besuchen der pädagogischen Fakultät, eines Museums sowie der historischen Altstadt rundete das Programm ab. Besondere Eindrücke hinterließen zudem kulturelle Veranstaltungen wie eine traditionelle „Bosnian Night“ mit Musik, Tanz und landestypischer Küche sowie ein Besuch in einer Kunstgalerie, bei dem kreative Zugänge zu den Themen Gesundheit, Krankheit und Biografiearbeit eröffnet wurden.

Der Austausch verdeutlicht eindrucksvoll die Bedeutung internationaler Kooperationen in der Hochschulbildung. Neben fachlichen Erkenntnissen konnten die Studierenden wertvolle interkulturelle Kompetenzen erwerben und ihr Verständnis für unterschiedliche Gesundheitssysteme erweitern. Die gewonnenen Erfahrungen werden nachhaltig in Studium und berufliche Praxis einfließen und tragen zur Stärkung einer patientenzentrierten, interprofessionellen Versorgung bei.

Organisiert wurde die Reise auf deutscher Seite vom International Office der DHBW Heidenheim zusammen mit der Studiengangsleiterin Prof. Dr. Sujata Huestegge und Prof. Leonie Werner. Gefördert wurde der Aufenthalt vom Erasmus+ Programm.